Roland Meyer
BTU Cottbus, Kunstgeschichte, Faculty Member
- Media Studies, New Media, Contemporary Art, Art Theory, Media and Cultural Studies, Architectural Theory, and 11 moreMaterial Culture Studies, Bertillon, History of photography, Visual Culture, Surveillance Studies, History of Science, Media History, Media Archaeology, Media Theory, Visual Studies, and Photography Theoryedit
- Roland Meyer studierte Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, wo... moreRoland Meyer studierte Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, wo er 2017 mit der Arbeit »Operative Porträts. Eine Bildgeschichte der Identifizierbarkeit« promoviert wurde. Von 2007 bis 2014 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität der Künste Berlin, am Fachbereich Kunst- und Kulturgeschichte im Studiengang Architektur. 2016/17 wirkte er als kuratorisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter am Ausstellungsprojekt »Das Gesicht. Eine Spurensuche« des Deutschen Hygiene-Museums Dresden mit. Im Wintersemester 2017/18 vertrat er die Leitung der Abteilung »Das Technische Bild« am Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit April 2018 ist er akademischer Mitarbeiter für Kunstgeschichte an der BTU Cottbus-Senftenberg.edit
Gesichter hinterlassen heute digitale Spuren: Von allgegenwärtigen Kameras erfasst und algorithmisch ausgewertet, werden sie massenhaft zu Datenprofilen verknüpft. Operative Porträts geht den verstreuten Anfängen dieser Entwicklung nach.... more
Gesichter hinterlassen heute digitale Spuren: Von allgegenwärtigen Kameras erfasst und algorithmisch ausgewertet, werden sie massenhaft zu Datenprofilen verknüpft. Operative Porträts geht den verstreuten Anfängen dieser Entwicklung nach.
Wie wurden Gesichter zu Objekten eines Blicks, der in ihnen nach lesbaren Informationen sucht? Wann wurde es vorstellbar, dass von jedem Individuum endlose Bilderserien zirkulieren? Und welche Konzepte von Individualität sind in die Verfahren algorithmischer Erkennung eingeflossen?
Das Buch von Roland Meyer verfolgt diese Fragen entlang einer Bildgeschichte der Identifizierbarkeit, die eine Geschichte privater wie künstlerischer Porträtpraktiken mit einer Medienarchäologie erkennungsdienstlicher Identifizierung verschränkt. So macht es einen fundamentalen Funktionswandel des Porträts in der Moderne sichtbar: vom repräsentativen zum operativen Porträt.
Wie wurden Gesichter zu Objekten eines Blicks, der in ihnen nach lesbaren Informationen sucht? Wann wurde es vorstellbar, dass von jedem Individuum endlose Bilderserien zirkulieren? Und welche Konzepte von Individualität sind in die Verfahren algorithmischer Erkennung eingeflossen?
Das Buch von Roland Meyer verfolgt diese Fragen entlang einer Bildgeschichte der Identifizierbarkeit, die eine Geschichte privater wie künstlerischer Porträtpraktiken mit einer Medienarchäologie erkennungsdienstlicher Identifizierung verschränkt. So macht es einen fundamentalen Funktionswandel des Porträts in der Moderne sichtbar: vom repräsentativen zum operativen Porträt.
Research Interests:
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Was ein Gesicht ist und wem es gehört, darüber entscheiden heute immer häufiger technische Standards. Techniken der automatisierten Gesichtserkennung, wie sie lange Zeit vor allem im Kontext von Überwachung, Fahndung und Grenzkontrolle... more
Was ein Gesicht ist und wem es gehört, darüber entscheiden heute immer häufiger technische Standards. Techniken der automatisierten Gesichtserkennung, wie sie lange Zeit vor allem im Kontext von Überwachung, Fahndung und Grenzkontrolle zum Einsatz kamen, sind dabei, Bestandteil unseres digitalen Alltags zu werden. Bilder von Gesichtern sind so zu operativen Porträts geworden: zu einer Art Anker zwischen analoger und digitaler Welt, zu wiedererkennbaren Mustern, deren massenhafter Abgleich dazu dient, Aktivitäten in Datenräumen mit Bewegungen in physischen Räumen in Relation zu setzen. Gesichter, sobald sie digital erfasst und algorithmisch ausgewertet werden, hinterlassen Datenspuren, die ansonsten unverbundene Orte und Ereignisse, Bewegungen und Transaktionen miteinander verknüpfen.
Aber um was für Gesichter handelt es sich dabei? Im folgenden Essay möchte ich mich dieser Frage nähern, indem ich drei Schlaglichter auf die Geschichte der automatisierten Gesichtserkennung werfe. Dabei geht es mir nicht darum, eine lineare Fortschrittsgeschichte zu entwerfen, sondern vielmehr um eine Geschichte sich verändernder Konzepte, Bedingungen und Erwar-tungen, die immer wieder neu bestimmen, was es überhaupt heißt, ein Gesicht zu erkennen.
Aber um was für Gesichter handelt es sich dabei? Im folgenden Essay möchte ich mich dieser Frage nähern, indem ich drei Schlaglichter auf die Geschichte der automatisierten Gesichtserkennung werfe. Dabei geht es mir nicht darum, eine lineare Fortschrittsgeschichte zu entwerfen, sondern vielmehr um eine Geschichte sich verändernder Konzepte, Bedingungen und Erwar-tungen, die immer wieder neu bestimmen, was es überhaupt heißt, ein Gesicht zu erkennen.
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Beitrag zum 4. Workshop der AG Daten und Netzwerke: Netzwerke (revisited); 19./20. Mai 2016 Ruhr-Universität Bochum
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Die moderne Großstadt war von jeher ein Zeichen- und Informationsraum – in Plänen verzeichnet, durch Adressen geordnet, mit Plakaten und Schildern, Leuchtreklamen und Verkehrssignalen durchsetzt. Unter den Bedingungen digitaler... more
Die moderne Großstadt war von jeher ein Zeichen- und Informationsraum – in Plänen verzeichnet, durch Adressen geordnet, mit Plakaten und Schildern, Leuchtreklamen und Verkehrssignalen durchsetzt. Unter den Bedingungen digitaler Vernetzung, mobiler Kommunikationsmedien und ortsbasierter Internetdienste verändert sich jedoch der Zugriff auf die Informationen, die den städtischen Raum lesbar machen sollen – er wird dynamisiert und individualisiert, abhängig von Mediengebrauch, von Netzwerkprofilen und Filtereinstellungen. Auf Reisen wie bei alltäglichen Verabredungen wird der instantane Zugang zu Informationen auch über abgelegene und unauffällige Orte zur Basis einer individualisierten Mikrologistik. Wo jedoch Bewegungen im physischen Raum immer selbstverständlicher mit Datenoperationen verknüpft, überlagern sich spielerische Momente mit solchen der Kontrolle und Überwachung. Gleichzeitig entstehen neue Räume und Orte jenseits der allgemeinen Sichtbarkeit, deren Zugänglichkeit wesentlich durch soziale Medien vermittelt wird.
